30 Jahre DGLM


Die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Lasermedizin e.V. (DGLM) im Jahr 1981 geschah mit dem Ziel, die verschiedenen Aktivitäten von staatlichen, universitären und industriellen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Deutschland zur Laseranwendung in der Medizin durch Veranstaltung von Tagungen und Herausgabe einer Zeitschrift zu begleiten. Diese zweifache Plattform eröffnet die Möglichkeit zu einem breiten interdisziplinären Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

Nachdem sich die Kliniker in den 1970iger Jahren zunehmend für das magische Werkzeug Laser interessiert und wissenschaftlich damit experimentiert hatten, fand dieses Instrument Eingang in die praktische Anwendung beim Patienten. Zugute kam dabei dem Laser, dass er von den Patienten, aufgrund von spektakulären journalistischen Veröffentlichungen, als eine Art Wunderwaffe, insbesondere bei der Behandlung von Tumoren, angesehen wurde, und entsprechend hohe Erwartungen und Hoffnungen weckte.

Als Forum für den Erfahrungsaustausch in Experiment und Klinik wurde 1981 die DGLM gegründet, die regelmäßige Tagungen abhielt und ein Publikationsorgan herausgab. Von Anfang an bestanden enge Verbindungen nicht nur zur Laserindustrie, sondern auch zur Medizintechnik und universitären Forschungseinrichtungen. Dieses Kooperationsmodell zwischen Medizinern, Physikern und Technikern hat sich bestens bewährt und besteht in ähnlicher Form auf vielen Gebieten der medizinischen Forschung noch heute.

Die zukünftigen Wege der Medizintechnik und damit auch die Applikation des Lasers in der Medizin werden bestimmt durch die Forderung der Patienten und Mediziner nach gering belastenden und kostensparenden Verfahren.

Mit der Mikrosystemtechnik können Therapien künftig gezielt im Körper ansetzen. Sie wird zudem medizinische Routinearbeit übernehmen, etwa dafür sorgen, dass chronisch Kranke ihre tägliche Arznei nicht vergessen. Mit implantierten Sensoren können auch permanent Werte überwacht werden. Mit Manipulatorsystemen und lenkbaren Endoskopen soll in Zukunft die volle freie Beweglichkeit der Instrumente bei der minimal-invasiven Chirurgie erreicht werden. Das beginnt bei aktiven, intelligenten Endoskopen in Verbindung mit Robotik und Endokameras zur exakten Führung im Körperinneren und könnte bei selbstständig arbeitenden frei beweglichen Minirobotern zur Diagnose und Therapie enden. Die Navigation von solchen mikrosystemtechnischen Transportern in den Blutbahnen ist allerdings echte Science Fiction. Parallel dazu geht es auch um die Entwicklung von Systemen, die die rekonstruktive Chirurgie bei Operationen in den Bereichen künstliche Organe und intelligente Prothetik unterstützen.

Mit Hilfe der Genforschung will man über die Entschlüsselung von Erbinformationen gefährlicher Mikroorganismen neue Strategien im Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Malaria und Gelbfieber ergreifen.

Die Biotechnologie steht heute am Anfang einer Entwicklung, wie sie die Automobilindustrie im letzten Jahrhundert erlebt hat. Die Pharmaindustrie konzentriert sich auf die biotechnologische Erzeugung von speziellen Proteinen und Enzymen, die den gesamten Lebensprozess wesentlich mitbestimmen, sie steuern sowohl Krankheiten als auch dem Altern entgegen.

Das alles hat zu einer Aufbruchstimmung in der Medizintechnik geführt, die uns nahe legt, nicht mehr nur von Apparatemedizin oder Instrumentenmedizintechnik auszugehen, sondern zu begreifen, dass viele Disziplinen, darunter die Naturwissenschaften, die Ingenieurwissenschaften und die klinische Medizin zusammenspielen müssen, um völlig neue Lösungen für eine veränderte medizinische Versorgung zu erzielen. Aus dieser Grundstimmung erfährt die Medizintechnik neue Impulse und es ergeben sich neue strategische Randbedingungen.

Mittelfristig kann man sich vorstellen, dass man nicht mehr von Medizintechnik, sondern von Gesundheitstechnologie spricht. Die neue Medizintechnik wird künftig immer mehr Forscher an sich binden, die aus ganz unterschiedlichen Fächern kommen. Mit den Medizinern sind das Molekularbiologen, Gentechniker, Werkzeugwissenschaftler, Informatiker und Ingenieure, die sich mit Lasertechnik, Robotik oder technischen Mikrosystemen beschäftigen. In diesen Gesamtkomplex muss sich der Laser in Diagnose und Therapie flexibel einordnen.